Akte Memmingen
Vor 40 Jahren beginnt in Memmingen ein Prozess, der die gesellschaftliche Diskussion um Abtreibung eskalieren lässt. Vor Gericht steht ein bayerischer Gynäkologe – angeklagt wegen Steuerhinterziehung und zahlreicher illegaler Schwangerschaftsabbrüche. Doch nicht er, sondern mehr als hundert Frauen rücken immer stärker in den Fokus. Sie werden als Zeuginnen vorgeladen und müssen dort über intimste Dinge sprechen. Das Strafverfahren von Memmingen wird zur moralischen Kampfarena um den Paragraphen 218. Zwei Haltungen stehen sich gegenüber: der „Schutz des ungeborenen Lebens“ und die Forderung, nach eigenem Ermessen befristet und straffrei abtreiben zu dürfen. Schon bald ist von einem „Hexenprozess“ die Rede. Wer ist in diesem Verfahren Täter, wer Opfer? Handelt Dr. Horst Theissen gegen das Gesetz, aber für die Menschlichkeit? Die Diskussionen, die Memmingen auslöst und anregt, dauern bis heute an.
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2027
